LEHRREICHE ERFAHRUNG

Prenzlauerin dankbar für Panne am Waldrand

Wer bleibt schon gern mit seinem Auto liegen? Richtig. Ganz sicher niemand. Doch der 54-jährigen Angelika Sauerland hat die Havarie die Augen geöffnet.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Angelika Sauerland möchte sich nachträglich bei allen Helfern bedanken.
Angelika Sauerland möchte sich nachträglich bei allen Helfern bedanken. Claudia Marsal
Prenzlau.

Angelika Sauerland ist ein hilfsbereiter Mensch. Für sich kann sie mit Sicherheit behaupten, sofort zur Stelle zu sein, wenn jemand in Not gerät. Was dieses Verhalten bei anderen anbelangt, war die 54-Jährige bis dato eher skeptisch. Doch die Prenzlauerin wurde eines Besseren belehrt. Was war geschehen? Vor ein paar Tagen hatte sie ein „Dienstfrei“ für einen Ausflug zur Schwiegertochter genutzt. Die beiden waren in der Großstadt shoppen. Dementsprechend spät trat Angelika Sauerland den Heimweg an. Es war schon stockdunkel, als sie mit ihrem Auto durch die Kleine Heide fuhr. Doch genau dort begann der Flitzer plötzlich zu mucken. „Ich hörte erst ein komisches Geräusch, dann gingen plötzlich Warnlampen an“, erinnert sich die Postzustellerin zurück.

Komplett überfordert

Für sie sei das ein regelrechter Albtraum gewesen, räumt die Uckermärkerin ein. „Ich war komplett überfordert mit der Situation.“ Letztlich tat sie das genau Richtige. Angelika Sauerland fuhr mit dem Wagen so weit wie möglich an den rechten Straßenrand heran, holte Warndreieck und Warnweste heraus und rief dann ihren Mann. Der sagte auch schnelle Hilfe zu, war aber aufgrund einer erst kürzlich erfolgten OP nahezu manövrierunfähig. In dieser Situation bot ihr Nachbar unkomplizierte Unterstützung an. Er versprach, so schnell wie möglich mit dem Notrad zu erscheinen und auch das Montieren zu übernehmen.

Angst vor Wildschweinen

Aber bis dahin zogen sich die Minuten wie Stunden, reflektiert Angelika Sauerland im Gespräch mit dem Uckermark Kurier. „Mir war echt nicht wohl in dieser Situation, was vermutlich an dem nachtschwarzen Wald lag. Ich sah förmlich schon die Wildschweine aus dem Gebüsch kommen.“ Doch nichts dergleichen geschah. Stattdessen machten andere Menschen ihr die Aufwartung. „Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele Autos angehalten haben“, resümiert die Prenzlauerin dankbar. Immer wieder hätten Kraftfahrer neben ihr gestoppt und gefragt, ob sie helfen können. „Meist waren das Paare“, das sei ihr aufgefallen. Vermutlich hätten die Frauen auf dem Beifahrersitz den „Befehl“ zum Anhalten gegeben, setzt sie schmunzelnd hinzu. Aber egal, was ausschlaggebend war; Fakt ist, dass Angelika Sauerland in ihrer Not nicht allein blieb. „Und das war eine sehr positive Erfahrung, für die ich im Nachgang sogar dankbar bin. Es wird ja immer viel darüber geredet, dass die Menschen nur noch an sich denken. An diesem Abend durfte ich erleben, dass das nicht so ist. Dafür möchte ich mich bei allen Anhaltern ganz offiziell mit diesem Beitrag bedanken.“

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