AFD-BUNDESPARTEITAG

Nordost-Delegierte stellen sich hinter Parteichef Meuthen

In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mehren sich die Stimmen von AfD-Funktionären, die Jörg Meuthen als Parteichef behalten wollen. Alexander Gauland warnt indessen vor extremistischen Umtrieben.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
AfD-Parteichef Alexander Gauland wandte sich an Anhänger des Flügels und warnte vor „sozial-revolutionäre
AfD-Parteichef Alexander Gauland wandte sich an Anhänger des Flügels und warnte vor „sozial-revolutionären” Träumereien. Julian Stratenschulte
Braunschweig.

Am Samstag wird in Braunschweig der neue Bundesvorstand der AfD gewählt. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sagten nun mehrere Delegierte dem Nordkurier, dass sie mit einer Wiederwahl Jörg Meuthens mit einer deutlichen Mehrheit rechnen.

Am Freitag hatte sich bereits MV-Landeschef Leif-Erik Holm gemeinsam mit vier Landesvorsitzenden von Sachsen, Hessen (2) und Nordrhein-Westfalen hinter Meuthen gestellt. Die fünf Landesparteichefs schlagen ihn am Samstag sowohl schriftlich als auch in Wortmeldungen vor. „Meuthen wird eine nicht nur knappe Mehrheit auf sich vereinen”, prognostizierte auch der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Nikolaus Kramer, gegenüber dem Nordkurier. „Trotz der nicht unerheblichen und teilweise auch berechtigten Kritik glaube ich, dass Meuthen einen Großteil der Parteibasis verkörpert und für die Außendarstellung der Partei unverzichtbar ist. Das werden die Delegierten goutieren.”

Im AfD-Landesverband Brandenburg mehren sich die Stimmen pro Meuthen ebenfalls. „Wir brauchen Stabilität im Bundesvorstand, deshalb ist Meuthen meine Wahl”, sagte der Abgeordnete und Vize-Präsident des brandenburgischen Landtags, Andreas Galau, dem Nordkurier. Auch andere Delegierte aus Brandenburg wünschen sich, Meuthen als Parteichef zu behalten. Das ist nicht ganz unüberraschend, denn der märkische Landesverband wird vom Co-Chef des völkisch-nationalen Flügels, Andreas Kalbitz, angeführt und gilt gemeinhin als deutlich radikaler ist als jener in MV. Meuthen hatte sich zuletzt immer wieder gegen die Radikalität des Flügels ausgesprochen. „Der Flügel ist zwar lautstark, aber mittlerweile eine so eine kleine Gruppe”, sagte dazu Andreas Galau. Aus diesen Reihen werde sich unter Umständen – „a la Poggenburg” – ein kleiner Teil verabschieden. „Das würde zu einer Verstätigung der AfD führen.”

Fragen und Antworten: Darum geht es beim AfD-Parteitag in Braunschweig.

Galand warnt vor extremistischen Umtrieben

Noch-Parteichf Alexander Gauland kündigte am Samstag in seiner Eröffnungsrede bereits an, wie richtungsweisend der Parteitag für die AfD sein wird. Er wandte sich, ohne sie direkt anzusprechen, an Anhänger des völkisch-nationalen Flügels, dem eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz droht, und warnte vor extremistischen Umtrieben: „Einige von uns träumen manchmal den Traum einer kleinen sozial-revolutionären Partei. Dieser Traum ist irreal. Wir [die Deutschen] sind nicht gut in Revolutionen.” Vielmehr müsse sich die AfD über demokratische Wahlen durchsetzen und so politisch unumgänglich machen. Gauland betonte, er sehe die Zukunft der AfD nicht in einer Anpassung an die CDU. Eine zukünftig geschwächte und „verrottete CDU” dürfe nur noch eine Option haben, so Gauland: „uns”. „Als Partei des Volkes und der kleinen Leute” habe die AfD „Menschen eine Stimme gegeben, die sich nicht mehr trauten, der Merkelschen Willkommenskultur zu widersprechen”.

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