TOURISMUS

Kurabgabe in Neustrelitz soll für Touri-Bus sorgen

In der Kleinseenplatte könnte es in den Sommermonaten bald einen neuen Bus geben. Die Kurabgabe soll es möglich machen. Das würde aus Sicht der Verwaltung auch Neustrelitz guttun.
Robin Peters Robin Peters
Die Gemeinden der Kleinseenplatte sind bereits staatlich anerkannte Erholungsorte. Neustrelitz dagegen noch nicht.
Die Gemeinden der Kleinseenplatte sind bereits staatlich anerkannte Erholungsorte. Neustrelitz dagegen noch nicht. Stefan Sauer
Neustrelitz.

Eine Kurabgabe könnte in Neustrelitz kräftig den Touristenverkehr ankurbeln. Davon versuchten Bürgermeister und Stadtverwaltung jetzt die Mitglieder des Tourismusausschusses zu überzeugen. „Es muss ein attraktives Verkehrsangebot in der Region geben“, so Andreas Grund (parteilos).

Ohne ein vernünftiges Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln würden die Besucher aus ganz Deutschland mitunter gar nicht erst in die Stadt kommen. Insbesondere viele Urlauber aus Berlin besäßen kein Auto, um die Region selbst zu erkunden.

„Kleinseenbus” finanziert aus Kurabgabe

Inspirieren ließ sich der Bürgermeister von aktuellen Plänen im Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte. Dort wird derzeit über die Einführung einer Sommerlinie „Kleinseenbus“ debattiert, die über die Kurabgabe finanziert werden soll.

So könnte sich die Kleinseenplatte laut Mirows Bürgermeister Henry Tesch (CDU) ihren ersten zusammenhängenden touristisch nutzbaren Busverkehr schaffen. Ein mögliches Fernziel des Projektes besteht darin, aus dem „Kleinseenbus“ und „Müritz rundum“ letztlich „Seenplatte rundum“ zu initiieren.

Diesem Konzept sollte sich die Residenzstadt aus Sicht von Andreas Grund in Zukunft mithilfe von Einnahmen aus einer Kurabgabe anschließen. „Wenn die Kleinseenbahn nicht fährt, ist die Erreichbarkeit unserer Stadt extrem schlecht.“ Langfristig müsse das Angebot dann auch in Richtung Feldberg erweitert werden.

Linksfraktion fürchtet, Neustrelitz könnte Durchgangsort werden

In dem Ausschuss machte sich aber sogleich Skepsis über den Vorschlag breit. Thomas Kowarik von der Linksfraktion zweifelte an dem Nutzen eines zusätzlichen Busverkehrs für die Neustrelitzer Touristiker. Er fürchtete sogar, dass die Busse die Touristen raus aus der Stadt – nach Wesenberg oder Mirow – treiben könnten. „Sind wir nur ein Durchgangsort oder haben wir auch was davon?“, so Kowarik.

Das machen die Urlauber wohl schon: „Die Gäste werden sich die ganze Region anschauen“, stellte Julia Mummert klar. Die Sachgebietsleiterin Tourismus machte überdies deutlich, dass eine Kurabgabe viele weitere Maßnahmen wie Stadtführungen, Reinigungsarbeiten oder Bepflanzungen finanzieren könnte. Aus diesem Grund warb Mummert für den Versuch, zeitig eine Prädikatisierung der Residenzstadt als anerkannter Erholungsort anzustreben. Denn nur dann ist die Erhebung einer Abgabe überhaupt möglich.

Allerdings stieß bereits dieses Anliegen auf Widerstand: Stadtvertreter Christoph Poland (CDU) zweifelte daran, dass Neustrelitz die Erhebung einer Kurabgabe überhaupt rechtfertigen kann. „Wo können die Leute hier denn kuren?“, stellte das Ausschussmitglied provokant in den Raum.

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