PARTEITAG

Linke in MV bestätigt Spitze mit Brüdgam und Koplin

Die alten sind auch die neuen: Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern hat erneut dem Führungsduo Brütgam/Koplin das Vertrauen geschenkt. Geknirscht hat es trotzdem.
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Nach der Neuwahl: Simone Oldenburg, Fraktionsvorsitzende der Linken im Schweriner Landtag, Wenke Brüdgam und Torsten Kopl
Nach der Neuwahl: Simone Oldenburg, Fraktionsvorsitzende der Linken im Schweriner Landtag, Wenke Brüdgam und Torsten Koplin, alte und neue Co-Vorsitzende des Landesverbandes der Linken, und Dietmar Bartsch, Co-Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag. Bernd Wüstneck
Kühlungsborn.

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern wird weiter von der Doppelspitze Wenke Brüdgam und Torsten Koplin geführt. Diese bekam allerdings weniger Zustimmung als vor zwei Jahren: Die 35-jährige Politikwissenschaftlerin Brüdgam wurde am Samstag beim Landesparteitag in Kühlungsborn mit knapp 62 Prozent der Stimmen gewählt. Der 57 Jahre alte Landtagsabgeordnete Koplin kam auf 72 Prozent. Vor zwei Jahren hatte Brüdgam noch 75 und Koplin 76,6 Prozent der Stimmen erhalten.

Beobachter unter den knapp 110 Delegierten führten das vergleichsweise schwache Ergebnis unter anderem auf parteiinterne Diskussionen um die künftige Parteifinanzierung und die damit verbundenen Einsparungen zurück.

Minus von 300.000 Euro

Die Partei werde dieses Jahr ein Minus von rund 300.000 Euro einfahren, hieß es. Gleichzeitig sinke die Mitgliederzahl weiter und liege nunmehr bei 3440. Das selbstgesteckte Ziel von vor zwei Jahren, die Mitgliederzahl zu verdoppeln, wurde verfehlt.

Brüdgam zeigte sich enttäucht von der Wahl, sprach aber von einem ehrlichen Ergebnis, mit dem sie leben könne. „Wir sind so eine heterogene Partei, das ist völlig in Ordnung.“ Die Landespartei habe viele Veränderungen vor der Brust, sagte sie. Es sei vieles angeschoben worden. „Das sind nicht immer bequeme Entscheidungen.“ Da sei es normal, dass Menschen manchmal verletzt werden und nicht alles richtig vermittelt wird. Es gehe nun darum, die Kommunikation zu stärken.

Das nächste Ziel sei die Umstrukturierung der Parteifinanzen, was in den Landkreisen eine große Herausforderung bedeuten werde. Finanzströme werden umgeleitet. Ziel sei es, die politische Arbeit in den Kreisen zu fördern. Auch beim Personal werde umstrukturiert, kündigte Brüdgam an. So müssten die Aufgaben der künftigen Regionalgeschäftsführer neu definiert werden. „Es wird Herausforderungen ans Ehrenamt geben, die bislang so noch nicht da gewesen sind“, sagte Brüdgam. 

„Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte.“

Koplin sprach anschließend von einem inhaltlichen Aufbruch, der von dem Parteitag ausgehen werde. Er sprach dabei Themen wie Mobilität und „Bildungsaufstand“ an. Ziel der Umstrukturierung müsse sein, dass die Partei in den nächsten Jahren politisch gestaltungsfähig ist. Er bezeichnete die Finanzlage der Linken in MV als solide. 

Es gebe das prinzipielle Ziel, die Gesellschaft sozial gerechter, ökologischer und demokratischer zu gestalten. Dabei hat die Parteispitze den Kapitalismus als das Kernproblem ausgemacht. „Bei all den Problemen der heutigen Zeit hilft es nicht, an einzelnen Stellschrauben zu drehen“, sagte Brüdgam. Die Probleme seien nur mit einem anderen Denken zu lösen. „Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte.“

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Kommentare (1)

Die Stasi soll eben mindestens innerhalb der Linken weiterleben. Das hat die Linke mit der Wiederwahl von Koplin bewiesen. Armselig und asozial! Die Linke kann man nur bedauern.